Geotargeting, ccTLDs und der SEO-Faktor

Google-Mythen sind bekanntlich eine moderne Form von Aberglauben. Zwar hat sich nun weitgehend herumgesprochen, dass raffinierte Backlink-Konstruktionen, magische Keywordverstecke und hochgezüchtete Linkfarmen nur noch eine der leichten Übungen für die Anti-Spamteams sind, dennoch herrscht weiterhin ein wildes Durcheinander von Experten, die wechelseitig neue Theorien ins Feld führen oder aber wieder mal “mit Google-Mythen aufräumen”. Und gelegentlich äußert sich der Vatikan Mountain View in seiner unerforschlichen Weisheit von der Kanzel herab mit der Verkündigung neuer Algorithmen zur Unterscheidung von schwarzen und weißen Schäfchen in der Gemeinde.

Dabei ist doch eines ganz klar: Suchmaschinenoptimierung bedeutet zunächst einfach, eine gut strukturierte Seite mit interessantem und authentischem Inhalt zu machen und dabei darauf zu achten, dass sich die optisch dargestellte Semantik und Strukturierung auch im Markup wiederspiegelt. Suchmaschinen bewerten die Seiten danach, als wie gut sie für ihre menschliche Kundschaft geeignet erscheinen, und das tun sie mittlerweile ziemlich intelligent. Man sollte einfach nicht versuchen, sie auszutricksen, denn an den Webcrawlern arbeiten die besten Programmierer der Welt. Die kennen die Tricks alle schon, die billigen und die teuren.

Auch klar ist, dass zum Beispiel der legendäre Pagerank oft massiv überschätzt wird. Es ist eher irreführend, überhaupt global vom Rang einer Webseite zu sprechen und dabei den Kontext zu unterschlagen. Suchmaschinen antworten auf Suchanfragen, also auf eine kleine Textbotschaft, die in einer bestimmten Sprache und aus einer bestimmten Region der Welt gesendet wird. Der Rang einer Webseite ist somit keine Konstante, sondern eine Funktion mit mehreren Parametern, unter anderem dem regionalen Kontext:

"Google’s goal is to return the most relevant and useful sites in response to a user query. As a result, the results we show to a user in Ireland may vary from the results returned to a user in France."

- Google

Interessant ist nun, wie die regionale Zuordnung eigentlich funktioniert. Wenn man ein Produkt in Russland verkaufen möchte, macht man am besten dazu eine Webseite in russischer Sprache. Wenn man die Seite aber auf einem Server in Deutschland (d.h. mit deutscher IP-Adresse) hostet, wird Google sie zunächst als eine russische Seite aus Deutschland einstufen und den Google-Benutzern in Russland vielleicht doch zuerst die russischen Seiten aus Russland anbieten. Tatsächlich kann man aber Abhilfe schaffen, wenn man eine geeignete ccTLD mit regionalm Bezug wählt:

"if your site has a geographic TLD/ccTLD (like .co.nz) then we will not use the location of the server as well. Doing that would be a bit confusing, we can’t really “average” between New Zealand and the USA… At any rate, if you are using a ccTLD like .co.nz you really don’t have to worry about where you’re hosting your website, the ccTLD is generally a much stronger signal than the server’s location could ever be."

– John Mueller, Webmaster Trends Analyst

Zu beachten ist, dass Google hier zwischen echten ccTLDs und “generischen TLDs mit Länder-Code” (gccTLDs) unterscheidet. Z.B. haben ja die wenigsten .me-Domains etwas mit Montenegro zu tun und es gibt wohl auch viel mehr .tv-Domains als Tuvalu Einwohner hat. Einen Überblick über die Einstufung gibt Google in der Dokumentation zu den Webmaster-Tools.

Wer also Webseiten betreibt, die im Ausland gefunden werden sollen, sollte erwägen, sich entsprechende ccTLDs zuzulegen. Unser Support kennt sich mit den Registrierungsbedingungen aller ccTLDs weltweit bestens aus und hilft Ihnen gerne dabei, ein entsprechendes Portfolio zusammenzustellen.

Frühling, wie bist du so schön

Ostern steht vor der Tür und der kalendarisch Frühlingsanfang liegt schon hinter uns. Nun macht er sich unübersehbar bemerkbar und setzt frische Ideen und neue Energien frei. Das passt zu uns, wurde der Frühling doch in diesem Hause in der Grunewaldstraße quasi erfunden. Und das kam so:

Hier in Berlin-Steglitz, oben auf dem Fichtenberg (wegen seiner Bewohner auch „Aristokratenhügel“ genannt), wohnte nach 1900 in der Grunewaldstr. 22 der Berliner Musikalienhändler und Musikverleger Richard Rühle. Zu seinem Freundeskreis gehörte auch der Operettenkomponist Paul Lincke (ja, genau „Berliner Luft“). Beide gründeten den Musikverlag “Apollo-Verlag Lincke & Rühle”. Lincke beschäftigte sich dadurch eingehend mit dem Urheberrecht, das im Januar 1902 als “internationales Abkommen zum Schutz der literarischen Werke und Werke der Tonkunst” auch in Deutschland in Kraft trat.

In Rühles Haus in der Grunewaldstraße ging Paul Lincke nun ein und aus. Bald gefiel es ihm so gut, dass er um 1905 hier einzog. In diesem Hause, wo heute Rechner und andere High-Tech stehen, komponierte der schon damals bekannte Operettenkomponist den Walzer “Frühling, wie bist du so schön”.

Aber hören Sie selbst:

http.net wünscht einen beschwingten Tag

Anycast DNS bei http.net

Warum Anycast?

Beim Stöbern in alten RFC fällt heutzutage auf, dass das Internet in weiten Teilen offenbar unter der Annahme konstruiert wurde, dass die Netzteilnehmer alle gutwillig und an der technischen Unversehrtheit jedes anderen Teilnehmers interessiert sind. Kaum jemand scheint ernsthaft darüber nachgedacht zu haben, was sich für Probleme daraus ergeben können, wenn Nachrichten auf verschiedenen Ebenen ihrer Struktur nicht nur mitgelesen, verfälscht und umgeleitet, sondern sogar zur Waffe umfunktioniert werden. Dies betrifft Nachrichten in jeder Form, seien es E-Mails, HTTP-Requests oder speziell DNS-Abfragen, deren Integrität für die richtige Zustellung der anderen Nachrichten erforderlich ist, und die (UDP) klein, schnell und unsicher wie Postkarten versendet und beantwortet werden.

Mittlerweile ist das Netz bekanntlich in der Wirklichkeit angekommen und die gezielte Störung anderer Netzteilnehmer ist längst als kriminelles Geschäftsmodell etabliert. Die Botnetze werden immer größer, die Angriffe heftiger und ausgefeilter. Das BSI erwähnte bereits Ende 2012 Angriffe in einer Größenordnung von 150 Gbit/s.

Es ist daher höchste Zeit, neue Wege zu beschreiten um den gewachsenen Herausforderungen wirksam begegnen zu können. Das in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der österreichischen Domain-Registry nic.at realisierte Anycast-Netz RCodeZero hat beste Referenzen, so wird es z.B. bereits erfolgreich bei der Konnektierung der TLDs .at und .hu eingesetzt und ist darauf eingerichtet, die extrem hohen Verfügbarkeitsanforderungen der ICANN bei der Konnektierung neuer gTLDs zu erfüllen. Der Dienst ist mit derzeit 9 weltweit verteilten Standorten, an denen jeweils mit Lastverteilung auf 2 unabhängigen Servern eine halbe Million Anfragen pro Sekunde sauber verabeitet werden können, hervorragend aufgestellt, und ein weiterer Ausbau der Standorte ist geplant.

Die RcodeZero Anycast Wolke

Wie können Sie Anycast nutzen?

Ganz einfach, Sie tragen in Ihre Zone ein oder zwei sekundäre Anycast-Namerver ein und benutzen einen primären Nameserver der http.net (egal ob Standard-, Alias- oder virtueller Nameserver) . Alles Weitere geht automatisch und ist im Normalfall innerhalb von ein bis zwei Minuten nach Auftragseingang erledigt.

Eine mögliche Standardkonfiguration für Ihre Zonen wäre z.B. folgende:

primary:   ns.routing.net
namesrv:   ns.routing.net 213.160.64.64
namesrv:   ns8.routing.net 213.160.65.251
nserver:   ns9.routing.net 83.133.190.51
namesrv:   sec1.routing.net 192.174.68.100
zonettl:   86400

Damit haben Sie den Hauptteil des Traffics auf drei Nameserver der http.net an zwei Standorten in Deutschland verteilt und zusätzlich Ihre Zone im weltweiten Anycast-Netz eingetragen.

Sie können unsere Standardhostnamen für den Anycast-Dienst verwenden oder sich eigene Aliase anlegen. Der Hostname ist beliebig, er muss nur auf die dedizierten Anycast-Adressen (IPv4 und IPv6) geroutet sein. Weitere Einzelheiten zum Eintragen Ihrer Zonen finden Sie im Newsletter und im Partnerweb, und natürlich steht Ihnen unser Support wie immer gern mit Rat und Tat zur Seite.

Fair Traffic!

Während Sie diesen Satz lesen, wird die Zone routing.net über jeden der fünf zuständigen Nameserver ungefähr 30 mal abgefragt. Genauer gesagt, liegen wir derzeit bei rund 8 Abfragen pro Sekunde auf jedem Server für diese Zone. Diese Zone hat ein vergleichsweise extrem hohes Abfragevolumen, weil einige Namen innerhalb dieser Zone bei einer fünfstelligen Zahl von Domains als Nameserver eingetragen sind, und die Domain daher ständig in Ausflösungsprozesse einbezogen ist: ein Resolver, der die Adresse von name.de ermitteln möchte, indem er z.B. ns1.routing.net fragt, benötigt dafür zuerst die Adresse von ns1.routing.net.

Zum Glück haben die Resolver einen Cache, um die Häufigkeit der Abfragen zu reduzieren. Jede Zone hat eine Lebensdauer (TTL / Time-To-Live) im Resolver-Cache, die erhebliche Auswirrkungen auf das Abfragevolumen haben kann. Für routing.net haben wir jetzt eine hohe TTL von 432000 (5 Tage) eingestellt. Ein noch höherer Wert macht dann nicht mehr allzu viel Unterschied, während ein niedriger Wert sehr schnell das Abfragevolumen vervielfachen kann. Eine TTL von 300 (5 Minuten) oder weniger kann schnell ein Volumen von 50 Abfragen pro Sekunde erzeugen.

Da uns zusätzliches Abfragevolumen im Anycast-Netz in Rechnung gestellt werden kann, müssen wir die Entwicklung beobachten. Wir wollen die Kosten, die der Anycast-Dienst verursacht, so fair und überschaubar wie möglich weitergeben, d.h. wir geben die gestaffelte Preistabelle ohne Aufschlag weiter, verzichten dabei auf die Weitergabe der Mindestabnahme-Klausel und wollen zunächst davon ausgehen, dass sich Traffic-Nachberechnungen durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit der TTL vermeiden lassen. Ob wir diese Bedingung nachbessern und eine technische Mindest-TTL für Anycast-Zonen implementieren oder die Weitergabe von Traffic-Berechnungen ankündigen müssen, hängt davon ab, wie es sich entwickelt.

Gerade Nameserver-Domains werden besonders häufig abgefragt, aber gerade bei Nameservern ändert man auch besonders selten die IP-Adresse. Deshalb empfehlen wir für solche Domains eine TTL von mehreren Tagen und bei allen anderen Domains eine Standard-TTL von mindestens 86400 (24 Stunden).

zonettl:   86400

Wenn Sie eine Änderung an einem bestehenden Resource Record planen, wie z.B. die Änderung einer IP-Adresse im Verlauf eines Server-Umzugs oder den Schwenk auf einen anderen Mailserver, können Sie 24 Stunden vorher die TTL vorübergehend auf 300 herabsetzen. (Noch kleinere Werte bringen keine nennenswerte Beschleunigung mehr bei der Propagation.) Spätestens nach Ablauf der vorherigen TTL hat sich dann unter allen Resolvern herumgesprochen, dass hier Änderungen zu erwarten sind und die Daten immer wieder erneut abzufragen sind.

Das Hinzufügen einer neuen Subdomain zu einer Zone erfordert i.A. keine Herabsetzung der TTL, denn eine Name, der schon lange nicht oder noch nie existiert hat, wird nur in unwahrscheinlichen Fällen im Negativ-Cache sein, so dass die Resolver den Namen ohnehin direkt abfragen und er schnell propagiert ist.

Übrigens haben wir auch unseren DNS-Synchronisierungsdienst vollständig überarbeitet und optimiert, so dass Änderungen schneller auf die Nameserver übertragen werden und alle bestehenden Resource Records zu jeder Zeit während eines Updates abgefragt werden können, um ungewollte Negativ-Caching-Effekte zu vermeiden.

We love to resolve you! 8-)

Bürokratieabbau bei EU-Domains

Alles begann mit der Verordnung Nr. 733/2002 vom 22. April 2002. Verordnet wurde

[...] gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 156, auf Vorschlag der Kommission (1), nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (2), nach Anhörung des Ausschusses der Regionen, gemäß dem Verfahren des Artikels 251 des Vertrags (3), in Erwägung nachstehender Gründe [...]

zur Förderung des elektronischen Geschäftsverkehrs und der Interoperabilität der transeuropäischen Netze die Konnektierung der

Domäne oberster Stufe „.eu“

Ein schöner Beitrag zur europäischen Identitätsstiftung. Als Vorsilbe steht eu seit der Anike für das Gute und Schöne, so wie in Euphemismus und Evangelium. Als Domainendung steht .eu für europäische Identität und Überregionalität, ja für Demokratie und Humanismus, und natürlich für internationalen Güterverkehr und Reisebusunternehmen.

Der Start war jedoch schwierig, denn es gab viel schlechte Presse. Der Landrush geriet zum Fiasko, da man versäumt hatte, zu verhindern, dass sich Registrare hundertfach akkredieren konnten, um den Kuchen auf ganz uneuropäische Art unter sich aufzuteilen. Auch technisch lief es nicht rund. Es folgten Skandale wie die Sache mit der Zypern-Connection und andere Fälle, wo Zehntausende von Namen als Spekulationsobjekt wegregistriert wurden, bis schließlich ein viel zu großer Teil der Zone nur noch auf Parkingseiten routete und die schöne TLD in Verruf kam.

Obwohl man sich bei der Registry EURid doch eigentlich große Mühe gegeben hatte, alles ganz genau richtig zu machen. Es ist ja schon komisch: bei den Briten laufen die Transfers im Linksverkehr, eine russische Domain kann man nur transferieren, wenn die ganze "Familie" mitkommt, die Deutschen konstruierten sich gleich ein eigenes Registrierungsprotokoll und die Europäer – als wollten sie sämtliche Klischees von bürokratischer Ineffizienz und Überregulierung auf das Domainreglement abbilden – erfanden das intransparenteste und umständlichste Verfahren zum Provider- und Inhaberwechsel, das einem als Registrar so unterkommt.

Dies jedoch sei hier nur für die Annalen der Internetgeschichte festgehalten, denn nun ist alles anders geworden. Am 21. November 2012 ging die Registry für 3 Stunden auf Tauchstation, und erstarkte planmäßig um 9:00 Uhr CET wie Phönix aus der Asche im frischen Gewand eines aufgeräumten und übersichtlichen Regulariums über den transeuropäischen Netzen.

  • Inhaberwechsel
    • Früher:
      Alter und neuer Inhaber mussten den Vorgang mit Captcha und Verifikationscode auf einer Webseite der Registry bestätigen. Inhaberwechsel (bzw. Namensänderung ohne hinreichenden Identitätsnachweis) zog einen Neustart der Laufzeit nach sich.
    • Heute:
      Der Registrar nimmt im Auftrag des Kunden einen Inhaberwechsel vor, ohne dass sich Laufzeit oder der Status der Domain ändert.
  • Transfer ohne Inhaberwechsel
    • Früher:
      Der neue Registrar beantragte im Auftrag des Kunden bei der Registry die Übernahme der Domain unter Angabe der Inhaberdaten. Der Domaininhaber musste den Transfer auf einer Webseite der Registry bestätigen. Die Registry behilelt sich jedoch vor, aufgrund einer undurchsichtigen Plausibilitätsprüfung zu entscheiden, ob neue und alte Inhaberdaten die gleiche natürliche oder juristische Person bezeichneten, so dass ggf. der Transfer abgelehnt wurde, weil gleichzeitig auch ein Inhaberwechsel zu beantragen war.
    • Heute:
      Der Inhaber beantragt über den abgebenden Registrar (oder, falls dies nicht möglich ist, direkt über die Registry) einen Authorisierungscode für seine Domain. Den Authorisierungscode übergibt er dem neuen Registrar, der damit den Transfer sofort durchführen kann.
  • Transfer mit Inhaberwechsel
    • Früher:
      Der neue Registrar beantragte im Auftrag des Kunden bei der Registry die Übernahme der Domain unter Angabe der neuen Inhaberdaten mit einer speziellen Auftragsart, die nur für diese Registry und nur für diesen Fall vorgesehen war. Alter und neuer Inhaber musste den Transfer auf einer Webseite der Registry bestätigen.
    • Heute:
      Der Inhaber beantragt über den abgebenden Registrar einen Authorisierungscode für seine Domain, übergibt diesen an den neuen Inhaber, der ihn an den neuen Registrar weiterreicht, der damit den Transfer sofort durchführen kann.

Die gutgemeinte Intention des alten Systems lag sicherlich darin, dass man höchsten Wert auf den Schutz des Eigentumsrechts des Domaininhabers legen wollte. Aus den alten Regeln spricht ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den Registraren (was natürlich irgendwo auch berechtigt ist, wenn man, wie wir beim Landrush gesehen haben, praktisch jeder hergelaufenen Briefkastenfirma eine Akkreditierung erteilt). Damit hatte man jedoch den Ausnahmefall, also die böswillige oder versehentliche Übertragung einer Domain oder die Nichterreichbarkeit oder Unwilligkeit eines Registrars, zur Grundlage des täglichen Geschäfts gemacht und die asynchronen Bestätigungs- und Einwilligungsprozesse kosteten alle Beteiligten Zeit, Geld und Nerven. Nun ist man dem modernen Trend gefolgt, die Wahrung des Eigentumsrechts an den Domainnamen zu dezentralisieren und den Ausnahmefall als Ausnahme zu behandeln und nicht als Regel.

Das neue Transfer-Verfahren von EURid übertrifft an Stromlinienförmigkeit auch den Transferprocess der DENIC, der zwar auch ein Segen im Vergleich zum früheren de-Procedere ist, aber in seinen Feinheiten ja doch auch wieder etwas intellektuell überfrachtet geraten ist. Denn während bei DENIC der Authorisierungscode (AuthInfo1) durch den Registrar erstellt und verwaltet wird und ein Hashwert bei der Registry zu hinterlegen ist, die ihn wiederum später unter verschiedenen Umständen für ungültig erklären kann, wird der EURid-Authorisierungscode von vorne herein nur durch die Registry verwaltet. Das Leben des Informatikers wird so viel einfacher, wenn man sich mal für einen einzigen Ort entscheidet, an dem ein Datum vorgehalten wird, so dass sich komplizierte Synchronisierungsverfahren vermeiden lassen.

Der Registrar hat zu gewährleisten, dass im Auftrag des Domaininhabers ein Authorisierungscode erzeugt werden kann. Dieser gilt dann 40 Tage oder bis zu seiner Benutzung, wobei die Registry bei erneuter Anfrage innerhalb von 24 Stunden einfach den gleichen Code ausgibt und ansonsten einen neuen 40-Tage-Code generiert. Somit besteht seitens des Registrars weder eine Notwendigkeit, den Authorisierungscode zu speichern noch das Ablaufdatum zu verwalten. Chapeau!

Bei dieser Gelegenheit hat auch mal jemand ausgerechnet, dass die Sicherheit eines Codes der Form

XXXX-AAAA-BBBB-CCCC

hierfür absolut ausreichend ist (XXXX ist eine Konstante für den Registrar). Das kann man sich ohne Weiteres auch auf einen Zettel schreiben oder am Telefon durchgeben, ohne dass man sich das Leben mit Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichenregeln erschweren muss.

Fast hatte man am ersten Tag der Umstellung bereits den Eindruck, als würden gleich mehr eu-Domains registriert als sonst. Der schönen TLD ist jedenfalls zu wünschen, dass die Europäer ihre Attraktivität neu entdecken.

.eu

http.net tagad arī Latvijā

Für viele unserer Kunden sind die baltischen Staaten ein sehr interessanter Markt und die Nachfrage nach Domains aus dieser Region wächst. Grund genug für uns, uns bei der sympathischen Registry NIC.LV um eine Akkreditierung zu bemühen.

Und nun ist es soweit: http.net – your favourite .lv accredited registrar ;)

NIC.LV Registrar